Imagefilm oder Wirkung - eine ehrliche Einordnung

Imagefilme gehören seit Jahrzehnten zum festen Bestandteil der Unternehmenskommunikation. Sie zeigen, wer ein Unternehmen ist, wofür es steht und was es antreibt. Genau darin liegt ihre Stärke, aber auch ihr Problem. Denn im Zeitalter von Social Media, TikTok und Reels stellt sich zunehmend die Frage, ob der klassische Imagefilm heute noch das leistet, was Unternehmen eigentlich brauchen.

Ein professioneller Imagefilm ist in der Regel ästhetisch hochwertig, sauber produziert und emotional aufgeladen. Er vermittelt Werte, Haltung und Identität. Das klingt gut. In der Praxis fehlt jedoch häufig ein klar definierter Zweck. Viele Imagefilme wollen alles auf einmal. Sie sollen Vertrauen schaffen, Kunden überzeugen, Bewerber ansprechen und gleichzeitig das Unternehmen repräsentieren. Am Ende bleibt oft ein Film, der schön aussieht, aber kein konkretes Ziel verfolgt.

Gerade deshalb werden Imagefilme häufig zu Anlässen wie Jubiläen oder Meilensteinen produziert. Sie erfüllen dann vor allem eine repräsentative Funktion. Für den operativen Einsatz im Marketing oder Vertrieb sind sie dagegen oft nur eingeschränkt nutzbar. Ein Vertriebsgespräch wird durch einen allgemeinen Imagefilm selten messbar erfolgreicher. Auch in Performance-Kampagnen fehlt es diesen Filmen meist an Fokus und Klarheit.

Hinzu kommt der hohe Aufwand. Eine professionelle Imagefilmproduktion ist zeitintensiv, kostenintensiv und komplex. Von der Konzeption über den Dreh bis zur Postproduktion vergehen Wochen oder Monate. Das Ergebnis ist zwar hochwertig, aber nicht automatisch wirtschaftlich wirksam. Der Return on Invest bleibt häufig schwer greifbar, weil der Film keinen klaren Beitrag zu einem konkreten Unternehmensziel leistet.

Ein weiterer Schwachpunkt vieler klassischer Imagefilme ist ihre Unverbindlichkeit. Sie zeigen Fakten, Bilder, Statements, aber vermeiden klare Aussagen. Probleme, Herausforderungen oder konkrete Lösungen werden selten benannt. Dadurch bleibt der Film glatt, austauschbar und wenig einprägsam. Emotion ersetzt dann Strategie. Das reicht heute oft nicht mehr aus.

Natürlich kann ein Imagefilm funktionieren, wenn er strategisch gedacht ist, eine klare Geschichte erzählt und bewusst eingesetzt wird. Ohne gezielte Distribution, ohne Einbettung in Marketing- und Vertriebsprozesse, bleibt jedoch selbst der beste Film unter seinen Möglichkeiten. Ein Imagefilm darf nicht nur existieren, er muss arbeiten.

Genau hier kommen zielgerichtete Videoformate ins Spiel. Case Study Videos verfolgen einen klaren Zweck. Sie zeigen reale Kunden, konkrete Herausforderungen und nachvollziehbare Ergebnisse. Sie beantworten Fragen, die für Entscheider relevant sind. Wie war die Ausgangslage. Welche Lösung wurde umgesetzt. Welcher messbare Nutzen ist entstanden. Solche Videos sind konkret, glaubwürdig und direkt einsetzbar, zum Beispiel im Vertrieb, auf Landingpages oder in Kampagnen.

Der entscheidende Unterschied liegt im Fokus. Während Imagefilme häufig auf Wirkung hoffen, liefern Case Study Videos Argumente. Sie sind weniger abstrakt, dafür deutlich näher an der Realität potenzieller Kunden. Dadurch lassen sich Erfolge besser messen und Investitionskosten klarer rechtfertigen.

Für Unternehmen bedeutet das keine Entweder-oder-Entscheidung. Ein Imagefilm kann sinnvoll sein, wenn er Teil einer übergeordneten Strategie ist. Wer jedoch gezielt Reichweite, Leads oder Abschlüsse erzielen möchte, sollte kritisch prüfen, ob ein klassischer Imagefilm dafür das richtige Mittel ist. In vielen Fällen sind gezielte, nutzenorientierte Videoformate die deutlich effizientere Wahl.

Die Frage ist also nicht, ob Imagefilme grundsätzlich gut oder schlecht sind. Die entscheidende Frage lautet, wofür ein Film eingesetzt werden soll. Erst wenn Zweck, Zielgruppe und Einsatz klar definiert sind, wird aus einem schönen Film ein wirksames Werkzeug.